KLAUS KRÖGER

Datumsbild 26.9.95. 1995. Acryl auf Leinwand. 125 x 115 cm
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1920            geboren in Berlin

1949-1952   Studium am Baukreis Hamburg

1964            Teilnehmer an der dokumenta III, Kassel

1981            Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg

1982            Edwin-Scharff-Preis, Hamburg

1986            Ehrengast der Villa Massimo, Rom

1989            Stipendium des Kunstfonds e.V., Bonn

2010            gestorben in Hamburg

                    Mitglied im Deutschen Künstlerbund

 

Kröger studierte am Hamburger Baukreis, nahm 1964 an der documenta III in Kassel teil, erhielt 1982 den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg und war 1986  Ehrengast der Villa Massimo in Rom. 1995 und 1985 zeigte die Kunsthalle Hamburg Klaus Kröger in einer Einzelausstellung.

Klaus Krögers Bilder sind kraftvoll, aggressiv, expressiv. Von ungeheurer Präsenz fordern sie den Betrachter heraus. Krögers Werke sind dem Informel zuzuordnen, doch hat der Individualist nie ganz auf den Gegenstand verzichtet. Seine ausgestrichenen „Köpfe“ sind schablonenhafte Symbole der menschlichen Gestalt,  Zahlen und Wörter werden von dem Maler wie Hiebe auf das Schwarz und Weiß seiner Leinwände und Pappen gesetzt. Seine Datumsbilder zeigen das unaufhaltsame Fortschreiten der Zeit.

Vom 5. Februar bis Ende August 2011 wird Klaus Kröger in der Galerie der Gegenwart der Kunsthalle Hamburg gezeigt. In der Ausstellung „Übermalt. Verwischt. Ausgelöscht. Das Porträt im 20. Jahrhundert“ wird das Werk Klaus Krögers eingereiht neben WOLS, Cy Twombly,  Arnulf Reiner, Francis Bacon, Alberto Giacometti, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz.

 

Gefährliche Gemälde

Er hat nie Mainstream-Kunst hervorgebracht, sondern sich eher daran gerieben. Schon seine abstrahierten Landschaftsdarstellungen waren in ihrer konzentrierten Farbreduktion in Grau/Schwarz/Dunkel ein Affront gegen die kompakte Medienbilderflut der Nachkriegszeit, und verhalfen ihm dennoch 1964 zu einer Einladung auf die documenta Kassel… Seine Kopf-, Datums- und Zahlenbilder sind von Unangepasstheit und Destruktion durchdrungen… 

O.T.   Magazin für Kunst I Architektur I Design       
Dezember 10 I Januar 11    Charlotte Brinkmann

 

Dunkle Moderne

Was ist geschehen, dass der Name Klaus Kröger nicht jedem geläufig ist, der sich für die Malerei des 20. Jahrhunderts interessiert? Warum wird er nicht in einem Zug mit den Großmeistern des dunklen Informel, mit Tapiés und Soulages genannt? Auch jetzt, da der 1920 in Berlin geborene Kröger gestorben ist, ist es nicht zu spät für einen neuen Blick auf seine Malerei…

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. November 2010, nma    

 

Klaus Kröger
Ausstellungseröffnung Galerie Heike Hinkelmann, 16. Dezember 2010

Klaus Kröger, zu dessen 90. Geburtstag diese Ausstellung geplant war, die nun zu einer ersten posthumen Ehrung wird,…  hat sein künstlerisches Werk ungeachtet aller Widrigkeiten mit größter Konsequenz auf bewundernswerte Weise wieder und wieder fortgesetzt, radikal in der Abgeschiedenheit…

Klaus Kröger arbeitete nicht nur auf der Leinwand, erarbeitete auch  mit  ihr. Risse, Faltungen, Falze, Überklebungen, Abschabungen zeugen von emotionalen Kämpfen mit der Leinwand. Zugleich sind sie symbolische Verletzungen, Wunden, auch Pflaster. Es ist die dauernde Verzweiflung, die aus diesen Bildern spricht, es sind die Zweifel an der Kunst und die Zweifel an der menschlichen Existenz.

Wir haben dieses Werk hier also noch einmal in Auszügen vor  uns: das Schwarz, die Köpfe, die wuchtig aufgetragenen Tagesdaten und die Wörter.

Das sind die Hauptelemente dieser düsteren Kunst, die jedoch auch ganz andere als nur düstere Züge hat. Wenn Klaus Kröger einem Selbstbildnis die Sentenz „Von wegen Spitzweg“ überschrieb und damit aller Künstlerromantik das wahre Künstlerelend entgegenhielt, oder wenn er auf einen schwarz-rot-gelben Fond mit weißen Lettern „Kröger malt für Deutschland“ auftrug, dann überwältigte sein Sarkasmus, zuweilen auch seine Wut über den Zustand der Welt und vor allem des Kunstbetriebs demonstrativ den ganzen Pessimismus, dann rief er sich selbst bildnerisch Überlebensmut zu.

Dem Auslöschen eines Kopfes, dem Ausstreichen durch ein weißes Kreuz, also der existentiellen Ausweglosigkeit antwortete so gelegentlich die aufmüpfige Energie, und zuweilen, wenn er groß ein „Ich“ auf die Leinwand setzte, behauptete er sich und seine Kunst gegen alle Widerstände. Seine Kunst ist und bleibt erschreckend, erschütternd, aber sie ist doch auch beeindruckend durch ihre vitale Widerständigkeit…

Prof. Dr. Uwe M. Schneede, Auszug aus der Eröffnungsrede, 16. Dezember 2010

 

NDR, Hamburg Journal, Kulturtipp, 14.12.2010
www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj8855.hmtl